Ein grauenhafter Gedanke

Mai 15, 2008 by vivi

Da die Medien Berichterstattung über den Inzest Fall in Österreich noch immer größtenteils zum Händeringen ist, wollte ich auf diesen Artikel auf “Welt.online Debatte” hinweisen, der zuden wenigen gehört, die sich etwas nüchterner und in einem den Opfern gegenüber respekvollerem Ton mit dem Fall auseinandersetzen.

Folter in Amstetten: Der Fall Elisabeth Fritzl - Die Gesellschaft ist ratlos und die Medien verlieren die Opfer-Täter-Relation

Was mich furchtbar bedrückt hat, war eine andere Meldung in diesem Zusammenhang, die ich eben lesen mußte….. Angeblich haben die Ärzte von Elisabeth Fritzls ältester, schwerkranker Tochter, die seit ihrer Befreiung im Koma auf der Intensivstation liegt, die Hoffnung aufgegeben, daß ihr noch zu helfen ist. Wenn das Mädchen stirbt, ohne vorher wenigstens einmal bei Bewußtsein gewesen zusein, dann stirbt da ein Mensch, der in seinem fast 20 jährigen Leben nicht ein einziges Mal die Sonne gesehen hat. Dieser Gedanke ist so entsetzlich, daß ich ihn kaum aushalte .

Ich weiß, in diesem Zusammenhang klingt das jetzt im ersten Moment viellleicht geschmacklos und völlig daneben, aber ich hab als kleines Kind mal im Fernsehen etwas über Minenponnys gesehen. Das sind Ponys, die früher ihr Leben lang unter Tage gearbeitet haben, und die man immer da unten ließ, bis sie die schwere Arbeit nicht mehr leisten konnten. Dann brachte man sie nach oben zum Sterben. Viele wurden von dem gleißenden Licht blind, die Meisten kamen auf direktem Wege zum Schlachter. Auch wenn es Tiere waren, müssen sie gemerkt haben, daß sie aus der Hölle gekommen sind, die Wärme der Sonnenstrahlen muß ihnen unendlich gut getan haben ….. aus der Hölle geholt um zu sterben. Damals, mit 7 oder 8, bin ich davon krank geworden, ich bekam diese Gedanken nicht mehr aus dem Kopf, ich wollte wochenlang nicht einschlafen, weil ich Angst hatte, davon zu träumen.

Und jetzt, fast 30 Jahre später, löst der Gedanke an dieses kranke Mädchen ganz ähnliche Gefühle aus. Ich bete, daß sie ihr Leben doch noch leben darf, aber wenn es anders bestimmt sein sollte, dann bleibt als winziger Trost, daß ihre Krankheit letztendlich dafür verantwortlich war, daß ihre Mutter und ihre Brüder gerettet wurden. Wir müssen nicht alles verstehen. Allein der Versuch kann einen wahnsinnig machen…..

Um das Problem mal kurz zu umreißen….

Mai 14, 2008 by vivi

Schon vor Wochen hatte ich etwas vom Service Pack 3 für XP läuten hören, -ich, das steht in diesem Fall für “keine Ahnung von garnichts, aber ich drücke doch so gerne auf den Tasten herum”-, und weil ich dachte, “Service”, das muß doch sicher etwas Gutes für mein geplagtes Betriebsystem bedeuten, nahm ich mir vor, darauf zu achten, daß ich das auch ja irgendwo her kriege. Irgendwann Ende April sollte ja dann der Tag der Veröffentlichung sein, und so wunderte ich mich auch nicht, als ich einen Tag davor einen Download Link auf der Seite eines renormierten PC Magazins fand, und in der Überzeugung, meinem Laptop etwas Gutes zutun, lud ich es runter, installierte es, alles gut, alles lief, bis heute habe ich zwar keine Veränderungen welcher Art auch immer feststellen können, aber bei dem, was ich so Betriebsprogramm-mäßig schon hinter mir habe, sind keine Neuigkeiten definitiv gute Neuigkeiten. Die Schlechten ließen dann aber nicht lange auf sich warten. Am eigendlichen Veröffentlichungstag kam dann plötzlich die Meldung, Windows hätte die Veröffentlichung des SP3 angeblich erstmal wieder verschoben. “WAS?! Wie, verschoben? Ich hab es doch aber schon drauf!?!” Meine Panik ließ zwar schnell wieder nach, da offensichtlich alles einwandfrei lief, und auch ein Check auf Schadprogramme, Viren ect. ergebnißlos verlief, doch im Hinterkopf blieb ein ungutes Gefühl. Gestern nun sollten doch vier Sicherheitsupdates kommen, aber als ich eben in meinen Updateverlauf sah, stand da für gestern nur das immer am 2.Dienstag des Monats erscheinende Update für dieses “Windows Tool zum entfernen bösartiger Software” ….. und wo bitteschön ist der Rest?!? War der vielleicht schon mit im Service Pack?

Hach, dieser ganze Computerkram macht mich noch ganz kirre! Zwar schießt mir nicht mehr, wie am Anfang, jedesmal eine Jahreskörperproduktion an Adrenalin ins Blut, wenn mir mal ein Programm einfriert oder Fehlermeldungen en masse sendet, schon allein deswegen, weil ich dem heute nicht mehr ganz so hilflos gegenüberstehe, aber die “Panikschwelle” ist immer noch arg niedrig, und ganz offensichtlich ist das nicht nur bei mir so….. ich möchte wirklich mal wissen, woran es liegt, das einen Probleme mit dem Computer so schnell die Nerven verlieren lassen.

Ännchen von Tharau

Mai 11, 2008 by vivi

wunderschön gesungen von Fritz Wunderlich.

Der plattdeutsche Original Text wurde 1636 geschrieben und stammt von dem Dichter Simon Dach, der es zur Hochzeit einer Frau geschrieben hatte, in die er sehr verliebt war, Anna Neander, aus der dann das “Ännchen von Tharau” wurde, nur daß er tragischerweise nicht der Bräutigam war. Ursprünglich hatte dieses Gedicht an die 20 Strophen, was wohl zeigen dürfte, wie sehr der arme Mann gelitten hat…..

Die Melodie, die wir heute dazu kennen, stammt von Friedrich Silcher und wurde erst 1827 hinzugefügt.

Anke van Tharaw öß, de my geföllt,
Se öß mihn Lewen, mihn Goet on mihn Gölt.
Anke van Tharaw heft wedder eer Hart
Op my geröchtet ön Löw’ on ön Schmart.
Anke van Tharaw mihn Rihkdom, min Goet,
Du mihne Seele, mihn Fleesch on mihn Bloet.

Quöm’ allet Wedder glihk ön ons tho schlahn,
Wy syn gesönnt by een anger tho stahn.
Kranckheit, Verfälgung, Bedröfnös on Pihn,
Sal vnsrer Löve Vernöttinge syn.
Recht as een Palmen-Bohm äver söck stöcht,
Je mehr en Hagel on Regen anföcht.

Wördest du glihk een mahl van my getrennt,
Leedest dar, wor öm dee Sönne kuhmt kennt;
Eck wöll dy fälgen dörch Wölder, dörch Mär,
Dörch Yhß, dörch Ihsen, dörch fihndlöcket Hähr.
Anke van Tharaw, mihn Licht, mihn Sönn,
Mihn Leven schluht öck ön dihnet henönn.

Welchen Grund gäbe es wohl,

Mai 11, 2008 by vivi

um drei Uhr morgens auftzustehen und sich aufzutakeln? Antwort….. Man hat vergessen, daß man seinem Freund -seinem sehr weit weg wohnendem Freund- versprochen hat, Bilder zu schicken. Wer jetzt hier Schweinkram erwartet, den muß ich enttäuschen, es sind nur Bilder von …..

NEIN, das hier ist kein Wischmob oder irgendein seltsames Tier, das sind meine Haare. Und G. wollte Bilder davon, solange noch was zum fotographieren da ist, denn so eine Mähne überlebt bei mir fast nie den Sommer. Wenn ich mit irgendwas Glück gehabt habe, dann sind das meine Haare, die wachsen wie nichts Gutes, nehmen einem nichts übel, brauchen so gut wie keine Pflege , nach dem Waschen am Abend etwas Olivenöl oder so reinkneten, zum sehr straffen Zopf flechten, das war’s schon , -und sie sind original hellblond, wollte ich nur mal erwähnt haben ;-), dieses Dunkle am oberen Bildrand hat mit den Lichtverhältnissen zutun.

Leider hab ich nicht nur unheimlich dicke Haare, sondern auch unheimlich viele davon, die hätten gut und gerne für drei Köpfe gereicht, weswegen es im Hochsommer mit diesem Pelz auf dem Kopf kaum auszuhalten ist. Und normalerweise hat es mir nie etwas ausgemacht, sie so im Mai/Juni selbst mit einer Schere ratze-fatze bis auf ein paar Zentimeter abzuschneiden, es hat mir sogar Spaß gemacht, nur….. man wird halt älter und ich muß gestehen, diesmal würde es mir wahnsinnig schwer fallen, da bei zu gehen. Wenn also das hier jemamd lesen solle, der eine gute Hochsteckfrisur kennt, die die folgenden Kriterien erfüllt, bitte melden, am besten gleich mit sehr detaillierter Erklärung, wie’s gemacht wird ;-). Sie müßte

-alltagstauglich sein, darf nicht länger als rund 10 Minuten dauern

-für extrem! dicke, schwere Haare geeignet sein, und die ganze Wolle (siehe oben) auch wirklich fest zusammen und oben behalten, ohne das man ständig aufpassen muß, wie man den Kopf hält

-zumndest nicht allzu unmodern aussehen ….. und bitte nichts mit diesen Schmetterlingsklemmmen, die hab ich ständig drin.

DANKE ;-)

Arsen und Spitzenhäubchen

Mai 10, 2008 by vivi

Nach dem letzten Beitrag möge mich doch bitte niemand fragen, wie ich zufällig das hier auf youtube gefunden habe, es ist nicht komisch….. das Video schon ;-)

Ich liebe diesen Film, ich hab da schon Bäche von Tränen gelacht! Viele denken bei dem Titel nur an Cary Grant, der, zugegeben, wirklich zum Brüllen ist, aber alle Darsteller waren Glücksgriffe, nicht zuletzt Peter Lorre, der in der synchronisierten Fassung fast ein bißchen untergeht. Überhaupt kommt die Übersetzung nicht mal annährend an das Original heran, das ich aber leider erst einmal gesehen hatte -bis eben. Als ich so ein bißchen auf youtube herumclickte, stellte ich fest, daß vor ein paar Wochen jemand so gut we die gesamte Originalversion von”Arsenic and Old Lace” hochgeladen hat! Der erste Teil ist HIER, alle weiteren Teile sind auf der Seite zufinden.

Wer den Film mag, ihn aber noch nie im englischen Original gesehen hat, sollte die Chance unbedingt nutzen…..

Verbrennt die Hexe

Mai 10, 2008 by vivi

Es kann doch nicht angehen, daß ich die Einzige bin, die das, was momentan in den Medien passiert, um es vorsichtig auszudrücken, höchst bedenklich findet !?!

Als vor nun gut 14 Tagen die ersten Nachrichten über den Inzest Fall in Österreich auftauchten und sich innerhalb von Stunden zu einem, selbst in unserer abgebrühten Welt selten gekannten, Alptraum auszuwachsen begannen, hatte ich für Josef Fritzl im ersten Moment auch nur eine Bezeichnung …..Ich weiß noch, daß ich zufällig gleich am ersten oder zweiten Tag die Pressekonferenz auf Phoenix mitbekam, und daß ich an der Stelle, wo darüber berichtet wurde, daß Josef Fritzl eines seiner Kinder, das bei oder kurz nach der Geburt gestorben war, im Ofen verbrannt hatte, mit der Arbeit innehalten und erstmal durchatmen mußte, vorher gings nicht weiter, als ob sich in solchen Momenten die Seele mit Nachdruck ein paar Minuten verschaffen will, um das Aufgenommene irgendwie verarbeiten zu können, und ich dachte nur noch “dieses Monster!”

Aber das war die erste Reaktion, und es ist außerdem ein himmelweiter Unterschied, ob man das einfach nur denkt, oder ob man es tagtäglich von den Medien, und zwar mittlerweile denen der ganzen Welt, vorgeblährt bekommt. Ich weiß jetzt in gut 10 Sprachen, was “Monster” heißt…..

Von diversen Boulevardblättern will ich hier garnicht reden, das erübrigt sich und da hätte es mich auch nicht gewundert, nein, ich meine vermeintlich seriöse Blätter und Medien, und Angehörige diverser Berufsgruppen, die es eigendlich auch besser wissen müßten, die scheinbar ohne zu überlegen , was sie da nachplappern, einen Menschen! als “Monster” und “Bestie” betiteln.

Um richtig verstanden zu werden, mir geht es hier mitnichten um diesen Fritzl, sondern darum, was für ein Armutszeugniß wir uns hier ausstellen! Eine Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit ihren Verbrechern umgeht, und ich komme mir mittlerweile vor, wie im Mittelalter! Und nicht nur was die “offiziellen” Medien angeht, scheint bei diesem Fall so Einiges aus dem Ruder zulaufen. Wer viel im Internet unterwegs ist, ist ja Einiges gewohnt, aber das was hier abgeht, ist einfach bar jedes Verstandes. Ich habe auf diversen Internetportalen, unter Artikeln, Videos und in Foren Kommentare gelesen, die allein für sich einen nicht geringen Straftatbestand darstellten, aber alles scheint akzeptiert zu werden, ALLES, es scheint, als ob die Welt nur auf ein Ventil wie dieses gewartet hätte.

Jeder, der auch nur ansatzweise mal nachfragt, der es wagt, hier und da mal Bedenken und Zweifel anzumelden, steht auf absolut verlorenem Posten. Die einhellige Meinung scheint zu sein, Details spielen keine Rolle mehr, ändern an der Gesamtsituation garnichts und sind demnach völlig uninteressant, und jeder, der sich dennoch an Details aufhängt, gerät sofort in Verdacht, die Tat runterspielen zu wollen. Nicht mit einem Wort, nicht mal mit einem Gedanken will ich rechtfertigen, erklären oder was auch immer, was dieser Mann getan hat. Es ist und bleibt ein entsetzliches und abscheuliches Verbrechen, und allein die Vorstellung, was seine Tochter ausgestanden haben muß, versetzt mich in schiere Panik. Aber in meinen Augen gibt es da eine ziemliche Anhäufung von Ungereimtheiten, Unwahrscheinlichkeiten und Fakten, die einfach nicht zusammen passen, und im Gegensatz zur landläufigen Meinung denke ich, daß das sehr wohl eine Rolle spielt.

Außerdem, ich hab noch nirgends gelesen, daß diese Frau im Sauerland von einem Medium auch nur ähnlich genannt worden wäre, und ihre Kinder sind tot. Den Gedanken kann man sogar noch weiter führen ….. in einer Zeit, in der es fast wöchentlich neue Horrormeldungen gibt, daß wieder ein Kind von den eigenen Eltern zu Tode mißhandelt wurde oder verhungert ist, ….. ich will mich wirklich nicht anhören, wie dieser Mann, aber Fakt ist, daß seine Kinder noch am Leben sind, und in einem körperlich nicht so schlechten Zustand, wie Ärtze anfangs zurecht hatten annehmen müssen.

Kann es vielleicht sein, daß sich in dieser unserer Gesellschaft soviel angestaut hatte, all die vielen toten Kinder in den letzten Jahren, all diese entsetzlichen “Vorfälle” , bei denen man aber gezwungendermaßen irgendiwe einen Hauch Verständniß aufzubringen hatte, nein, Verständniß ist das falsche Wort, aber man hatte das humane, das menschliche Gesicht zuwahren, man mußte nach den “Gründen” suchen, die sich ja auch immer finden ließen, und wo es Gründe gab, wie dünn und fadenscheinig auch immer, war das Menschliche gewahrt, zumindest sagte einem das der Verstand, auch wenn es darunter brodelte,….. Kann es sein, daß das hier auch alles mit hoch kommt? Oder suche ich hier auch nur die vermeintlichen “Gründe” um mir diese häßliche Fratze erklären zu können, die diese Gesellschaft gerade zeigt?!

Die simple Gleichung eines Alptraums

Mai 9, 2008 by vivi

Für alle, die sich ein bißchen für kabbalistische Numerologie interessieren…..

Die “4″ steht in der Numerologie für die Verwirklichung, für die Manifestierung des irdischen Schicksals, sie verlangt mit aller Konsequenz das anzupacken, was das Leben einem zugedacht hat. Ein Mensch, in dessen Leben diese Zahl eine Rolle spielt, hat, einfach ausgedrückt, vom Schicksal mehr Möglichkeiten mit auf den Weg bekommen, er wird selbst größte Schwierigkeiten und Hindernisse aus dem Weg räumen können, mehr Chancen haben, ihm werden Dinge gelingen, die Andere nicht mal anzupacken wagen. Es ist, als ob solchen Menschen vom Schicksal mehr Freiraum gegeben wäre, selbstverantwortlich zu entscheiden. Nur ist damit auch eine größere Verantwortung und ein Risiko verbunden. Wenn der Satz “Du erntest was Du sähst” auf einen besonders zutrifft, dann auf einen “4er” Menschen…..

Im günstigsten Fall lernt er, sich selbst als Teil des universellen Lebensplanes zu verstehen, findet heraus, worin seine ihm zugedachte Aufgabe besteht und macht sich dann an deren Verwirklichung. Versäumt er, diese Zusammenhänge zu begreifen, so kann die Macht und die Kraft der “4″ schnell entarten, er wird rücksichtslos und verhärtet, in schlimmen Fällen kann es bis zur absoluten Tyrannei gehen, aber all das wird unausweigerlich mannigfach wieder auf ihn selbst zurückkommen.

Und jetzt das hier ….. (Immer vorausgesetzt die in den Medien veröffentlichten Daten stimmen)

Josef Fritzl’s Geburtsdatum, der 9.April,1935, ergibt die 4 als Geburtszahl

( 9 + 4 + 1 + 9 + + 3 + 5 = 31 3 + 1 = 4 )

Der Tag, an dem er seine Tochter einsperrte war der 28.August,1984, ein 4er Tag

( 2 + 8 + 8 + 1 + 9 + 8 + 4 = 40 4 + 0 = 4 )

Der Tag, an dem alles aufflog und der Alptraum endete war der 26.April,2008 , ein 4er Tag

( 2 + 6 + 4 + 2 + 0 + 0 + 8 = 22 2 + 2 = 4 )

Mein alter Blog …..

Mai 7, 2008 by vivi

hatte immer mehr “Fehler”, da gab es eine ganze Menge Posts, die ich da nicht mehr wollte, weil sie von vorneherein da garnicht hätten hin sollen, der Feed funktionierte aus irgendeinem Grund nicht mehr richtig, und ich spielte mehr an der Sidebar und an den Themes herum als das ich was schrieb, weil es einfach keinen Spaß mehr machte. Ich weiß jetzt wenigstens, was ich nicht will , vielleicht packe ich die Posts, die ich noch mag, nach und nach hier mit drauf, mal sehen, und wenn ich dann hier mal alles zum Laufen gekriegt habe, dann wird das hier eine Mischung aus wirrem Zeug, das ich so wie jetzt vor mich hinschreibe, und was am besten niemand zur Kenntniss nimmt, und hoffentlich etwas durchdachteren Posts über meine Interessen, vom Klassischer Musik über Literatur, Religion und Psychologie, bis hin zu Alternativ Medizin ….. Na, das klingt doch nach was! Die Wahrheit wird wohl aber eher so aussehen, daß es hauptsächlich bei dem Gefasel bleibt ;-)!

Vanilleeis

April 28, 2008 by vivi

Es hängen wohl nicht viele Menschen an einer Eisdiele. Nun, ich auch nicht. Jedenfalls dachte ich das bis letzte Woche.

Die Eisdiele hier im Ort hat sowas wie eine “Eisdielenschwester” im Nachbardorf, wo ich aufgewachsen bin. Die Inhaber sind, soweit ich weiß, zwei Brüder, immer zu jedem freundlich, Italiener, die mit ihren Familien aber schon “ewig” hier leben. Die machen wirklich ganz hervorragendes Eis, und dementsprechend war auch immer der Umsatz. An Sommertagen bekam man dort kein Bein auf die Erde, die Menschen stapelten sich förmlich im Cafe, draußen auf den Stühlen, auf Bänken, auf dem Boden, und bei der hier im Ort auf der Kirchenmauer. Nicht selten kamen Leute aus der nahegelegenen Großstadt, nur wegen dieser Eisdielen.

Und wenn ich so zurück denke ….. Als ich vor über 20 jahren in der evangelischen Kirchengemeinde aktiv war, gingen wir nach den Jugendkreisen und Chorproben fast immer dorthin. Wie oft waren wir mit der Schulklasse da, und nach unserem Klassen-Abschiedsessen in einem chinesischen Restaurant sind ein paar von uns, leicht angeheitert, noch dahin gegangen. Weil nicht genügend Plätze frei waren, wollte ich mich bei irgendwem auf den Schoß setzen, nur leider gehörte ich zu den, sagen wir mal, etwas stärker leicht Angeheiterten, und hatte einen sehr rutschigen, kurzen Rock an, sodaß ich mich nicht mehr halten konnte, runterrutschte und der Rock sich bis zur Taille hochschob….. . In der neunten Klasse sollten wir die Abschlußfeier der 10. organisieren, und aus irgendeinem unerfindlichen Grunde hielt mich unsere damalige Klassenlehrerin für verantwortungsvoll genug, die Oberaufsicht über den Sekt zu führen, ….. eine fatale Fehleinschätzung. Das Meiste hab ich selbst getrunken, und bin dann auf dem Nachhauseweg, als ich mir noch ein Eis kaufen wollte, mit dem Fahrrad frontal gegen die Wand der Eisdiele geknallt. - Äh, ja, ich merk schon, ich höre besser auf, jedenfalls könnte ich noch unendlich Viele solcher Anekdoten erzählen ( nun, nicht SOLCHE, aber halt Anekdoten…..) . Aber es gibt auch Anderes. Seitdem ich seit 2003 wieder rausgehen kann, bin ich jedes Frühjahr erst beruhigt gewesen, wenn ich da einmal gewesen war. Wie ein kleiner Sieg. Dieser Krankheit wieder ein bißchen Raum abgeluchst.

Letztes Jahr nach Weihnachten hieß es plötzlich, es würde eine zweite Eisdiele aufmachen. Niemand hat das anfangs so recht geglaubt, wir leben hier in einem Dorf, wozu brauchen wir zwei Eisdielen, auch noch im Abstand von weniger als 300 Metern. Als sich dann abzeichnete, daß da doch was dran war, hat mein Vater einmal den Besitzer der “alten” Eisdiele darauf angesprochen, und er meinte, er würde sich keine Sorgen machen, in den zwei Jahrzehnten hätte er soviel Stammkundschaft bekommen, er sähe dem gelassen entgegen.

Den Zulauf, den die “Neue” dann erstmal hatte, schoben wir auf die zentralere Lage, die Neugierde der Leute und darauf, daß die natürlich erstmal mit billigeren Preisen anfingen. Das Lokal an sich hat meiner Meinung nach wenig Einladendes, ich würd mich da jedenfalls nicht hinsetzen, aber daß es für eine Familie mit drei Kindern einen Unterschied macht, ob die Kugel Eis 60 oder 80 Cent kostet, war mir auch klar. (Ich gebe offen zu, daß ich da noch nichts probiert und das auch nicht vor habe, aber jeder , den wir gefragt haben, meinte, das Eis da wäre nichts Besonderes. )

Letzte Woche nun waren wir zum ersten mal in diesem Jahr bei unserer “Alten”, und “bedrückend” beschreibt die Situation nicht annährend. Während man bei der Neuen die Menschen schon von Weitem sehen konnte, waren hier nicht mal eine Handvoll. Der Inhaber sah so müde und erschöpft aus, und ich weiß wie Menschen aussehen, die vor Sorgen nicht in den Schlaf kommen. Allerdings fiel uns auf, daß er den Preis für eine Kugel von 80 auf 50 Cent gesenkt hatte, und damit, so dachten wir, würde sich das wieder einspielen. Offensichtlich hatte der Preis doch eine größere Rolle gespielt, und nun würden die Leute wohl die paar Meter mehr in Kauf nehmen, denn an der Qualität hatte sich offensichtlich nichts geändert.

Donnerstag war ein wunderschöner, warmer Frühlingstag. An so einem Tag wäre es früher an der Eisdiele brechendvoll gewesen ….. Schon auf dem Hinweg mußten wir einen Umweg gehen, weil die Schlange bei der “Neuen” den Weg versperrte, und auf dem Platz waren gut und gerne an die 80 Mann, ….. bei “unserer” gerade mal fünf.

Ich bin den Gedanken daran den ganzen Abend nicht los geworden, vor allem machte es so garkeinen Sinn, und so erwähnte ich es später auch meiner Mutter gegenüber. Ich bin wirklich nicht doof, aber auf das, was da kam, wäre ich nie gekommen….

“Denk doch mal nach. Das sind Ausländer!”

” Ja aber, ….. was hat das damit zutun?! Die leben hier schon seit was weiß ich wann, jeder kennt die, jeder hat da Eis gegessen, und die Leute hier in (:::::) sind doch nicht ausländerfeindlich” ?????

Solange mir kein anderer Grund einfällt ….. und doch will ich das nicht denken! Aber wäre es mir denn wirklich “lieber”, wenn es nicht das wäre, sondern schlicht und einfach Desinteresse, so nach dem Motto, “Och, dat is näher, und öfter mal wat Neues, wa,he, he,he!” ? Beunruhigenderweise wird es wohl eine Mischung von Beidem sein. Und das Schlimmste ist, daß es zu Wenige schlimm finden!

Plácido Domingo bei Papst Messe

April 18, 2008 by vivi

Ich hatte schon kaum noch daran geglaubt, daß er wirklich singen würde. Im Vorfeld wußte keiner nichts Genaues nicht, jeder sagte er hätte gehört, er solle, aber, aber ,aber

Ich war so gerührt von seinem Auftritt! “Panis Angelicus” gehört neben Bizet’s “Agnus Dei” zu meinen religiösen Lieblingsstücken, und als er hinterher den Papst begrüßte, mußte ich wirklich schlucken ….. , September 2006, beim Bayern Besuch des Papstes, ging mir ständig durch den Kopf, daß offensichtlich sogar viele Gläubige nicht mehr wissen* , wie man einen Papst begrüßt,….. Plácido wußte es.

(photo: AP, Gerald Herbert, source )

Dieses Video ist noch etwas besser, wird aber wohl nicht lange im Netz stehn. Man sieht ihm am Schluß deutlich an, wie bewegt er selbst in dem Augenblick ist.

Plácido Domingo performs “Panis Angelicus”